Walk A Way – ein Übergangsritual für Jugendliche

 

Persönliches Wachstum findet für uns alle statt, wenn wir neue Lebensbereiche erobern. Dann schließen wir etwas ab, lassen es hinter uns und vor uns liegt etwas Neues, oft Unbekanntes. Gleichzeitig nehmen wir das, was wir schon erlebt haben, immer in uns mit und es beeinflusst unsere Zukunft. Unsere Vorfahren hatten für diese Übergangszeiten kraftvolle Rituale, die es ihnen ermöglichten, in einem geschützten Rahmen Erfahrungen zu machen, ihren Mut, ihre Grenzen, ihre Stärken und Schwächen kennen zu lernen. Sie wurden dabei von erfahrenen Menschen begleitet. Zutiefst verbunden mit deiner Entwicklung vom Kind zum Jugendlichen sind die Veränderungen, die in eurer Familie statt finden und notwendig sind. Oft ist es nicht leicht für deine Eltern, sich neu zu orientieren. Sie setzen sich ebenso wie du mit vielfältigen Fragen, Ängsten und neuen Erfahrungen auseinander. Der Familientag zur Vorbereitung des Walk A Ways berührt und bekräftigt uns jedes mal in unserer Erfahrung, welchen wesentlichen Beitrag ihr als Eltern leistet, dass die Jugendlichen innerlich genährt und gestärkt ins Leben gehen können. Die Elternzeit schafft Raum für Erinnern und Danken, für Austausch und ehrliches Auseinandersetzen mit den neuen Herausforderungen, auch für Schmerz oder Tränen der Freude. Im Austausch mit der Natur könnt ihr Erwachsene euren eigenen Erfahrungen nachspüren und die Essenz herausfinden, die ihr als Segen weiter geben möchtet. Die am Familientag gesammelten Kostbarkeiten der gemeinsam gelebten Zeit nehmt ihr mit in den Walk A Way und ins weitere Leben. Der Walk A Way ist eine Bekräftigung, dass aus Kindern Jugendliche werden. Es wird begreifbar, indem du dich selbst mit deinem Körper und deinen Sinnen gut vorbereitet allein für eine Nacht in die Natur begibst. Ohne Ablenkung und ohne Beobachtung von außen kannst du selbst schauen, was in dir steckt. Du kommst in Kontakt mit wichtigen Fragen und Themen, die sich am Ende der Kindheit stellen:

  • Deine Einzigartigkeit und die Gaben, die du mit auf diese Welt gebracht hast und die gebraucht werden für die Gemeinschaft
  • Die für dich wichtigen Menschen und Erlebnisse der Kindheit, die du dir bewahren möchtest
  • Welche „alte Haut“ du abstreifen musst, um zu wachsen
  • In welcher Welt lebst du / willst du leben u.v.a.

Das Herzstück des Walk A Way ist eine Nacht allein in der Natur, auf die wir dich gut vorbereiten. Du lernst das Gelände um unser Camp kennen und suchst dir selbst einen Kraftplatz für die Nacht. Dazu geben wir dir viele Informationen für deine Sicherheit. Bei deiner Rückkehr am Morgen zum Sonnenaufgang wirst du von uns und deinen Eltern empfangen. In einer gemeinsamen Abschlusszeremonie sind Zeit und Raum (für uns Begleiter und die Eltern), deine Erlebnisse und Wahrheiten zu würdigen und zu bekräftigen. Zum Abschluss des Walk A Way gibt es ein schönes gemeinsames Festessen. Unsere „Rolle“ in der Begleitung der Walk A Ways sehen wir darin, jedem und jeder Einzelnen UND Euch als Familie einen Raum für Verbindung und inneres Wachstum abseits des Alltags zu schaffen. Der Walk A Way ist eine ganz eigene individuelle Chance, den Übergang vom Kind zum Jugendlichen zu erfahren und schließt die Möglichkeit der Konfirmation oder Jugendweihe keinesfalls aus. Der Walk A Way dauert ca. 2,5 Tage TERMIN: Nach Vereinbarung, max. 12 Teilnehmer Für Fragen setze dich bitte mit uns in Verbindung:

  • Katja Naumann, 03731 – 300252 oder 0172 – 9737174 oder
  • Peter Kanis, 0177 – 2487617

TERMINE 2020:     11. – 14. Juni (Familientag 04. April)

                                        21. – 24. Mai (Familientag 05. April)

                                                    

                    

 

Teilnehmerstimmen

Eine Nacht allein im Schlafsack unter Bäumen und Glühwürmchen – die werde ich mein ganzes Leben nicht vergessen. Eine Nacht nur mit sich selbst reizt am Anfang schon als Mutprobe an sich. Aber für mich ist sie eine der schönsten Momente, die ich allein besitze. – Jakob – 

Für mich war der Walk A Way eine Erfahrung, die ich nie vergessen werde. Man macht durch dieses Ritual einen Schritt ins Erwachsensein. Plötzlich erscheinen Dinge im Leben in einem ganz anderen Licht, wenn man mit sich allein in der Natur ist. Was erwachsen werden bedeutet, das muss jeder selbst herausfinden. Eine Möglichkeit, es zu tun, ist der Walk A Way. – Pascal –                                                                                                                                              

Spätestens mit dem Walk A Way ist mir bewusst geworden, dass ein großes Stück Kindheit hinter Julius liegt und er und wir uns nunmehr auf das nahende Erwachsenenleben einstellen müssen. Mir ist deutlich geworden, dass wir ihm hier Hilfestellung geben können – ihm eine Brücke bauen, jedoch muss und wird er diese selbst zu überqueren lernen. Der Walk A Way war ein erster Schritt dazu, den er angenommen hat. Nicht nur die Nacht allein mit sich und der Natur war unvergesslich. Auch die Gespräche und Geheimnisse mit Euch, Katja und Peter, sind etwas Besonderes. Tief emotional für alle Teilnehmer und uns Eltern dann der Morgen nach der Solonacht. Die Gefühle und Worte, die dort dem eigenen Kind gegeben wurden, konnten kaum intensiver geäußert werden. Dies werden wir alle sicher nie vergessen. – Jan Butze, Vater eines Sohnes, der am Walk A Way teilnahm

  Vor 2 Jahren hörte ich das erste Mal von Walk A Way und dachte „tolle Sache – könnte was für unseren Sohn sein“. Nun ist er 14 Jahre und hat an diesem Ritual teilgenommen. Gemischte Gefühle am Anfang waren auf beiden Seiten da. Allein im Wald schlafen, kein Handy, keine Musik, Angst … Aber als er morgens bei Sonnenaufgang aus dem Wald auf mich zukam, war mir plötzlich klar, wie erwachsen mein eben noch so kleiner Sohn geworden war. Ich war unheimlich stolz auf ihn und auf das, was er in den letzten Stunden geleistet hatte. Nicht nur für ihn bedeutet es, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, sondern auch für mich als Mutter kommt nun das Kapitel „Loslassen“. In der anschließenden Gesprächsrunde wurde mir das noch bewusster, als an dem Tag zuvor, als ich allein im Wald saß und darüber nachdachte, welche Worte, Wünsche ich unserem Sohn mit auf den Weg geben möchte. Es war für mich eine sehr kraftvolle und wunderbare Erfahrung und ich danke Euch, Katja und Peter, von ganzem Herzen dafür. – Heike Butze