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Paar-weise

Der Tanz zwischen ICH  &  DU  &  WIR

Paar-weise

Rudern zwei

ein boot,

der eine

kundig der sterne,

der andre

kundig der stürme,

wird der eine

führn durch die sterne,

wird der andre

führn durch die stürme,

und am ende ganz am ende

wird das meer in der Erinnerung

blau sein.

Reiner Kunze

 

Zusammen in einem Boot zu sitzen und auf dem Fluss des Lebens unterwegs zu sein, ist ein Bild für eine Beziehung, welches wir alle verstehen. Breite, langsam und gemütlich-träge dahinfließende Abschnitte wechseln sich mit anspruchsvoll-gefährliche Strecken; Wind und Wellen können aus allen Richtungen kommen; manchmal gibt es unsichtbar unter der Oberfläche verborgen Steine, Sandbänke oder Äste - und wir immer zusammen in unserem Boot und mit dem, was ist…

Wie wäre es, für das gemeinsame Steuern eures Beziehungs-Bootes einige grundlegende Regeln miteinander neu kennenzulernen oder aufzufrischen? 

 

„Eine langjährige Beziehung besteht im ständigen Überwinden kleiner Scheidungen.“

 

Diesen mit einer Prise Humor gewürzten Satz las ich einmal auf der Titelseite einer Zeitung und er hat in mir sofort eine großes „JA, so ist es!“ hervorgerufen! Bis heute zaubert er mir ein Schmunzeln ins Gesicht… und ich persönlich würde ihn noch ergänzen um „… und dem Feiern einer jeden Wieder-Annäherung!“

In uns allen gibt es zwei zutiefst menschliche Grundbedürfnisse – eines nach Beziehung, Zugehörigkeit & Gemeinschaft und jenes nach Freiheit, Autonomie und Selbstbestimmung. Entsprechend unseres Wesens ist das eine oder andere Grundbedürfnis stärker ausgeprägt, aber in dem grundsätzlichen Spannungsfeld bewegen wir uns alle. 

Den Wunsch nach einer intimen Liebesbeziehung verspüren die meisten Menschen; gleichwohl ist es nicht selbstverständlich und einfach, eine lebendige Partnerschaft zu führen, bei der beide das Gefühl haben: das Geben und Nehmen ist ausgeglichen, ich fühle mich angenommen und aufgehoben und kann mich innerhalb der Beziehung weiterentwickeln. Aber was bedeutet das Wissen, dass die Partnerschaft wie ein eigener lebender Organismus ist – der Nahrung und Aufmerksamkeit braucht, sich verändert, der verletzbar ist …? 

 

In meiner Natur- und Ritualarbeit sind die Partnerbeziehungen oft ein zentrales Thema. Wenn sie aus der Sicht mindestens eines Partners nicht gut funktionieren, erlebe ich Trauer, Unzufriedenheit und Enttäuschung. Wenn diese Gefühle nicht gehört werden und zu Veränderungen führen, entstehen tiefe Verletzungen und ein innerer Rückzug – am Ende steht nicht selten eine Trennung oder eine nur äußerlich bestehende erkaltete Beziehung, in der sich beide nicht mehr angenommen fühlen. Gleichzeitig bindet eine solche Situation sehr viel Energie, die uns dann für andere Lebensbereiche nicht (mehr) zur Verfügung steht. 

 

Nach meiner Erfahrung gibt es einige wenige, aber unabdingbare „Naturgesetze“, die die Basis einer lebendigen Beziehung bilden. Paare, denen es gelingt, eine belebte Beziehung zu führen, empfinden eine große innere Verbundenheit und gerade deswegen können sie sich beide freier sein lassen. 

 

Es ist mir ein Herzensanliegen, zusammen mit Peter einen ZeitRaum für Paare anzubieten und ihn gemeinsam zu gestalten - eine Zeitspanne mit einem inneren Ort außerhalb des Alltages, an dem du dich selbst und die/den anderen mit neuen Augen sehen kannst. 

 

Viele von euch kennen mich und wissen, dass mir Bodenständigkeit und Tiefe gleichermaßen wichtig sind – sowohl in der Arbeit als auch in meinem eigenen Leben. Höhen und Tiefen gab und gibt es auch in meiner eigenen Partnerschaft. Damit habe ich mich nie versteckt. ALLE Gefühlszustände waren schon bei uns zuhause; unser erstes gemeinsames Paare-Seminar war eine große Herausforderung, für Steffen eine Überforderung. Aber wir haben es geschafft, bis hierhin und heute. Wir wissen, dass wir uns auf nichts ausruhen können; wenn wir eine gute zweisame Zukunft haben möchten, müssen wir im Hier und Jetzt immer wieder die Weichen dafür stellen und uns BEIDE dafür einsetzen. Diese Erkenntnis hatte 1000 Einzelschritte und eine Entwicklungszeit von 18 Jahren!

 

Wie unser Weg aus der Sicht eines Mannes, meines Liebsten, aussah, dafür bat ich ihn, ein paar Worte zu finden… und er hat mich mit diesem Text überrascht, vielleicht finden sich manche non euch darin wieder…

 

Am Anfang war diese unbeschreibliche Aufregung, Anziehung, Erotik. Schmetterlinge im Bauch. Als ich meine Partnerin vor nun fast 16 Jahren kennenlernte. Verliebtsein. Sex. Eine wunderbare Zeit. Kann man diese Zeit nicht einfach halten und anhalten. Dass es immer so bleibt, dachte ich lange. Zwei Menschen, die sich unbändig lieben. Mehr braucht es doch nicht für ein gemeinsames Leben…

Und das Leben kam zurück. Ein gemeinsames Leben. Der Alltag, die Arbeit. Zwei gemeinsame Söhne. Verschiedene Vorstellungen des Lebens und Zusammenlebens. Verletzungen, Wunden; aus dieser und aus vergangenen Beziehungen. Eiszeiten, emotional wie körperlich. Eine Beinahe-Trennung. Versöhnung.

Und eine Partnerin, die sich mit dem Status-quo in der Beziehung gefühlt nie zufriedengab. Liebe kann doch nicht so anstrengend sein. Kann keine Arbeit sein. Einfach nur glücklich beieinander sein. Immer Frühling. Bitte kein Winter!

Wir sind beieinandergeblieben. Haben uns geliebt und gezofft, haben gekämpft und uns geküsst, haben diskutiert und geschwiegen. Haben ALLE Jahreszeiten der Liebe mehrfach durchlebt, sind noch lange nicht fertig. Aber wir bleiben dran. Bleiben im Gespräch.

Zurzeit fühlt es sich nach Frühling an. Wie wunderbar. Aber ich weiß, dass auch wieder schwierigere Zeiten kommen werden. Das ist o.k. Ich gebe mich nun gern in diesen Kreislauf, habe es verstanden. Bin immer noch kein Fan vom Winter. Vermisse dann die Nähe und Harmonie. Aber habe erkannt, dass ohne Winter kein Frühling sein kann.

 

Ich bin aus tiefstem Herzen dankbar für eine Gefährtin, die nie lockergelassen hat, die Schatten in uns und in unserer Beziehung zu benennen und zu durchleuchten. Und mich als ihren Partner immer wieder ermutigt hat, die schönsten und verborgensten Schätze in mir selbst zu entdecken und zu fördern. Anstrengend. Aber jede Anstrengung wert!

Ich fühle mich geliebt. Das hat Jahre gebraucht, um in meinem Herzen anzukommen.

Wir lieben uns. Nicht mehr so oft wie früher. Aber viel intensiver.“

 

 

Nun ist es bei der Arbeit mit Paaren so: Es kommen eigentlich 3: neben den einzelnen Partnern ist auch IMMER ein zusätzliches ETWAS dabei, welches ein Eigenleben führt und sich nicht kontrollieren lässt, eben die BEZIEHUNGSSEELE. Deshalb hat oft einer der Partner Angst, was passieren könnte und will eine solche Situation vermeiden – während der oder die andere denkt, wir haben es sooo (je mehr „O“, desto dringlicher J) nötig, uns mal mit uns und unserer Beziehungsseele zu beschäftigen. Was soll ich sagen, beide haben recht! 

 

Wir haben einfache und genau deswegen wirkungsvolle Sachen mit euch vor. Wir geben Impulse und lassen euch dann machen und ausprobieren. Und bei allem wird die Freude, der Humor und die Leichtigkeit nicht zu kurz . 

 

Wenn ihr Interesse am Kurs habt, dann  sende ich euch  ein paar Fragen zu, die jede(r) für sich selbst beantwortet und uns zukommen lässt. Dort habt ihr die Möglichkeit, Wünsche zu äußern und auch Bedenken oder Zweifel. Auf die werden wir  einstellen und Rücksicht nehmen. Für dich ist das gleich eine gute Übung, deine Bedürfnisse wahrzunehmen, zu formulieren und so deine Selbstfürsorge zu stärken !

 

Wir werden im KLEWADO-Gästehaus untergebracht sein. Dort besteht die Möglichkeit, sich für Übungen zu zweit zurückzuziehen, sodass wir den Austausch in der Gruppe dosieren und miteinander vereinbaren können. Ich hoffe, das verschafft euch das nötige Sicherheitsgefühl. 

 

Termin 

25. – 27.09. 2026

Fr 10:00 – So 16:00 Uhr

Ort

KLEWADO Gästehaus

Hainichener Straße 201
09599 Freiberg

Kosten

550,00 €

Seminarkosten incl.

Übernachtung und Platznutzung

 

Wir verpflegen uns gemeinsam.

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